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Alternative zu den Fünf Tibetern: Der „Daily Cat Stretch“ von Thomas Hanna

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Sind dir die Fünf Tibeter zu anstrengend oder zu esoterisch? Bist du auf der Suche nach einer minimalistischen Routine, bei der du dich effektiv und auf wohltuende Art und Weise mit den wichtigsten Muskelgruppen deines Körpers auseinandersetzt?

Dann probiere den Daily Cat Stretch aus. Thomas Hanna, der Entwickler des Daily Cat Stretch, verglich diese Übungsserie mit den Streckbewegungen einer Katze, die sich nach dem Aufwachen ausführlich dehnt, um ihre Muskeln zu spüren und zu längen.

Körperübungen nach Hanna Somatics: Ein Reset für Gehirn & Gefühle

Der Daily Cat Stretch ist keine Gymnastik, auch kein Muskel- oder Dehntraining. Das sei zu Anfang klar gesagt. Der Daily Cat Stretch ist viel mehr. Die Übungen verändern das gesamte Muskelsystem. Sie greifen vor allem in die Ansteuerung und in die Kontrolle der Muskeln ein. Und wenn du schon mal einen stressreichen Tag im Büro verbracht hat, dann weißt du, wie schwierig es sein kann, deine angespannte Muskulatur und deine Gefühle abends loszulassen. Der Trick des Daily Cat Stretch: Loslassen über eine Form der Bewegung, die in deinem Gehirn den Reset-Knopf drückt.

Nach Thomas Hanna sind länger anhaltende Muskelverspannungen eine Form von Amnesie. Er nennt das „sensomotorische Amnesie“, weil ein verspannter, schmerzender Muskel nicht mehr willkürlich kontrahiert und entspannt werden kann. Beim Daily Cat Stretch wird der innere Befehl, der bisher zur ständigen unbewussten Anspannung des Muskels geführt hat, verändert. So kann sich der Muskel wieder entspannen und das Gehirn lernt, wie dies funktioniert. Die in den Muskeln eingeschlossenen Gefühle lösen sich.

Mit dem Daily Cat Stretch kommt also so ziemlich alles in Bewegung: Körper, Gehirn und Gefühle. Viel mehr mag ich an dieser Stelle zum theoretischen Background nicht schreiben, – nur noch auf die Literatur hinweisen, in der diese Zusammenhänge beschrieben sind. Dazu gibt es zwei bahnbrechende Bücher, die ich dir ans Herz legen kann:

  • Beweglich sein – ein Leben lang von Thomas Hanna (hier wird der Cat Stretch anhand von Bildern ausführlich dargestellt)
  • Unerklärliche Beschwerden von Helga Pohl

Tipps zum Ausführen des Daily Cat Stretch

Die Übungen des Daily Cat Stretch sehen einfach aus. Sie sind auch einfach. Sie stellen damit Glaubenssätze wie „Nur was schwierig und anstrengend ist, ist effektiv“ in Frage.

Entscheidend ist, die einzelnen Übung achtsam und langsam auszuführen. Es geht nicht im Ansatz darum, wie weit oder schön du dich beispielsweise beugen kannst oder welche Anzahl von Wiederholungen du schaffst.

Richte deine Aufmerksamkeit während der Übungen auf die folgenden Fragen: Welche Muskeln sind an der Bewegung beteiligt? Welche Muskeln werden kontrahiert und welche werden gedehnt? Wann genau beginnt die Kontraktion? Wie fühlt sich das an, wenn der Muskel kontrahiert ist? Und wie fühlt es sich an, wenn er loslässt? Wie fühlt es sich an, wenn der Muskel nicht arbeitet, sondern ruht?

Ich plane für eine Sequenz ca. 15 Minuten ein und praktiziere sie nach dem Aufstehen. Seitdem habe ich mit Morgensteifigkeit nichts mehr am Hut.

Videos zum Daily Cat Stretch

Zum Daily Cat Stretch bzw. zu den einzelnen Übungen von Thomas Hanna gibt es zahlreiche Videos, drei möchte ich hier vorstellen:

Von Helga Pohl (siehe auch die Buch-Tipps weiter oben) stammt ein aktuelles Video zum Cat Stretch in deutscher Sprache. In ihrem YouTube-Kanal findest du außerdem die einzelnen Übungen des Cat Stretch erläutert.

Peter Kanios erklärt in einem zweiteiligen Video den Cat Stretch auf Englisch. Teil 1 und Teil 2. Das Video kommt etwas hemdsärmelig daher, aber ich mag es vor allem, weil Peters „slowly slowly slowly“ mich immer wieder daran erinnert, die Übungen tatsächlich langsam zu machen.

James Knight verbindet Yoga und Hanna Somatics und nennt dies Gentle Somatic Yoga. In diese Yoga-Stunde hat er den Cat Stretch eingebaut (englisch). Er hat außerdem viele Videos zu somatischen Übungen auf seinem YouTube-Kanal.

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Bildnachweis: Pexels.com

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