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Gesehen: Alphabet – Angst oder Liebe

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Kreativität Minimalismus Lernen Vertrauen

Wie wir unser kreatives Potential systematisch zerstören … und wie wir es erhalten & nutzen können

Ich bin gerade bis unter die Nasenspitze in spannende Projekte involviert (und darunter leidet mein regelmässiges Schreiben für die Momo auch leider so’n bisschen).

Im Rahmen dieser Projekte wird mir wieder einmal sehr bewusst, wie ungemein wichtig es ist, dass sich Kreativität unzensiert freisetzen & entfalten kann und ihre ganz eigenen Wege suchen & bahnen darf. Das ist nicht immer leicht „auszuhalten“, weil ich ja nicht weiss, wohin das führen wird. Aber genau hierin liegt ja die Kraft und der Sinn der Kreativität.

Deshalb kommt mir in letzter Zeit häufiger der Film „Alphabet – Angst oder Liebe“ in den Sinn. Der Film macht deutlich, wie unser Bildungssystem, das durch Ergebnis- und Leistungsorientierung sowie Wettbewerb geprägt ist, damit fast systematisch das kreative Potenzial in den Köpfen zerstört, das wir aber so dringend benötigen, um die wirklich wichtigen Probleme unserer Zeit zu lösen.

Der Film zeigt aber auch auf, dass Kindern (und damit auch dem erwachsenen Menschen) eine intrinsische Motivation nach Lernen, Kooperation und Entwicklung inne wohnt und diese durch das uneingeschränkte Vertrauen der Eltern nachhaltig geweckt & gefördert werden kann. Er portraitiert Menschen, die frei von Leistungsdruck und Wettbewerbsorientierung aufgewachsen sind und erstaunliche Lernprozesse und Schaffenskräfte entfalten.

Das Zauberwort heisst: Vertrauen.

Dies ist die Filmbeschreibung:  

Unser Wirtschafts- und Gesellschaftssystem wird durch krisenhafte Entwicklungen zunehmend in Frage gestellt und eine Antwort ist nicht in Sicht. Die politischen und wirtschaftlich Mächtigen wurden zum Großteil an den besten Schulen und Universitäten ausgebildet. Ihre Ratlosigkeit ist deutlich zu spüren und an die Stelle einer langfristigen Perspektive ist kurzatmiger Aktionismus getreten.

Mit erschreckender Deutlichkeit wird nun sichtbar, dass uns die Grenzen unseres Denkens von Kindheit an zu eng gesteckt wurden. Egal, welche Schule wir besucht haben, bewegen wir uns in Denkmustern, die aus der Frühzeit der Industrialisierung stammen, als es darum ging, die Menschen zu gut funktionierenden Rädchen einer arbeitsteiligen Produktionsgesellschaft auszubilden. Die Lehrinhalte haben sich seither stark verändert und die Schule ist auch kein Ort des autoritären Drills mehr. Doch die Fixierung auf normierte Standards beherrscht den Unterricht mehr denn je.

Denn neuerdings weht an den Schulen ein rauer Wind. „Leistung“ als Fetisch der Wettbewerbsgesellschaft ist weltweit zum unerbittlichen Maß aller Dinge geworden. Doch die einseitige Ausrichtung auf technokratische Lernziele und auf die fehlerfreie Wiedergabe isolierter Wissensinhalte lässt genau jene spielerische Kreativität verkümmern, die uns helfen könnte, ohne Angst vor dem Scheitern nach neuen Lösungen zu suchen.

Erwin Wagenhofer begreift das Thema „Bildung“ sehr viel umfassender und radikaler, als dies üblicherweise geschieht. Fast alle Bildungsdiskussionen sind darauf verkürzt, in einem von Konkurrenzdenken geprägten Umfeld jene Schulform zu propagieren, in der die Schüler die beste Performance erbringen. Wagenhofer hingegen begibt sich auf die Suche nach den Denkstrukturen, die dahinter stecken. Was wir lernen, prägt unseren Wissensvorrat, aber wie wir lernen, prägt unser Denken. (Zitat von http://www.alphabet-film.com/worum-geht-es.html).

Hier geht es zum Trailer, den ich leider nicht annähernd so aussagekräftig finde wie den Film selbst. 

4 Kommentare

  1. Ich habe jetzt schon so oft von dem Film gehört und bin irgendwie nie dazu gekommen, ihn anzuschauen. Ich muss ihn wohl wirklich auch mal sehen, das klingt so interessant… 🙂

    • Ich habe mir die DVD aus meiner Bibliothek ausgeliehen, vielleicht wirst du in den Hamburger Öffentlichen Bücherhallen auch fündig …

      Liebe Grüsse, Frau Momo

  2. Mir geht’s genauso wie Sab. Der Titel ist mir schon oft begegnet und dein Post war jetzt der letzte Schubs, ihn ganz oben auf meine Filme Liste zu setzen und nächste Woche endlich anzuschauen.

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