frau momos minimalismus

Wie ich lernte, Regenläufe zu geniessen

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Beim Lauftraining unabhängiger vom Wetter sein

Wenn ich vor ein paar Monaten joggen oder walken ging, schaute ich mir vorher die Wettervorhersage an. Ich versuchte stets eine regenfreie Zeit auszumachen und richte mich in puncto Lauftraining nach der Regenwahrscheinlichkeit. Meine Tagesstruktur an freien Tagen hing damit vom Wetter ab – und von meiner Unlust, während Regens zu laufen.

Doch häufig geriet ich – trotz sorgfältigem Studium der Wetterdienstmeldungen – dennoch in den Regen. Dabei machte ich eine interessante Erfahrung: Ich stellte immer wieder fest, dass ich es gar nicht so schlimm finde, im Regen zu laufen und während des Laufens nass zu werden.

Meine Gedanken (also meine Vorstellungen) darüber, wie es ist, im Regen zu laufen, waren stets unangenehmer als die reale Erfahrung selbst.

Diese Beobachtung erinnert mich an die Arbeit der amerikanischen Lehrerin und Autorin Byron Katie. Sie sagt nämlich: „Die Wirklichkeit ist stets freundlicher als die Geschichten, die wir über sie erzählen“.

Diese Erkenntnis, dass Vorstellungen, die wir uns machen, düsterer sind als die Wirklichkeit, ist wahrscheinlich für viele von euch Leserinnen und Lesern nicht wirklich neu. Ich teile sie dennoch mit euch, weil sie in diesem Fall zu einem konkret veränderten Verhalten von mir geführt hat – und ich finde das würdigenswert.

Denn mit der Zeit machte ich mir immer weniger Gedanken um mögliche Regenfälle. Ich fing sogar an, Regenläufe zu geniessen.

Das gibt mir heute viel mehr Flexibilität – ich mache mein Lauftraining nicht mehr komplett vom Wetter abhängig und ich suche mir den Zeitpunkt zum Laufen aus, der am besten in meine Tagesstruktur passt.

Ausnahmen hiervon bilden Gewitter, weil mich meine Laufstrecke teilweise über freie Felder führt und ich in dieser Situation keiner Blitzgefahr ausgeliefert sein möchte.

Interessanterweise ist es noch heute so, dass der Gedanke, im Regen zu laufen, unangenehmer ist, als die Erfahrung selbst. Aber ich schenke diesem Gedanken einfach weniger Beachtung und noch weniger Glauben.

Und den genussvollen Umgang mit Regenpfützen gibt es hier zu sehen:

2 Kommentare

  1. Hallo Momo, das geht mir ganz genauso. Und nun, wenn ich im Regen laufe oder Radfahre, denke ich immer: „Hä, du bist den Krassfit, Tough Mutter und Strong Man Run gelaufen …. im Matsch, Eis, Regen und Sand … das hier ist nur Wasser. Das ist sauber.“ Und dann muss ich schmunzeln und freue mich über den Regen. 🙂 Liebe Grüße aus Berlin, Catharina

  2. Hey Barbara,

    das ist ein tolles Zitat! Und deine Erfahrung (oder sollte ich „unsere“ sagen, schließlich haben wir die doch alle schon einmal gemacht?) lässt sich auf so viele Lebensbereiche anwenden.

    Es kostet häufig erstmal Überwindung, die Komfortzone zu verlassen. Dafür ist der Lohn umso größer, wenn man es wagt. Augen zu und durch! (Oder besser: Ab in die Laufschuhe und los!)

    Lieber Gruß,
    Philipp

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