frau momos minimalismus

Über mich

Dickeres Fell gefällig?

Ja, das hätte ich manchmal auch gern.

Eine ordentliche Portion Nervenpuffer gewürzt mit einer Prise „Nimm es dir nicht so zu Herzen“.

Doch vom Weg der Hochsensibilität gibt es keine Abzweigung, die dich unversehens in ein normalsensibleres Leben führt. Auf die kannst du lange warten.

Aber du kannst den Weg zu einem grossen Anteil gestalten. Kannst dir aussuchen, ob du auf einen Waldweg wanderst oder auf einer Autobahn dahin preschst. Ob dein Weg dich durch Städte führt, wie lange du an bestimmten Punkten verweilst. Ob du alleine unterwegs bist oder eine/n Soulmate bei dir hast. Ob dein Empathie-Fokus bei dir oder auf anderen liegt.

Hier auf diesem Blog erwartet dich eine Art Alltags-Reiseführer für zartbesaitete Seelen. Für ein Leben, das unserer Sensibilität gerecht wird.

Wie in zur Frau Momo wurde …

Ich bin Betriebswirtin. Zugleich hat mich stets auch die Lebens-Wirtin in mir interessiert, vor allem bei der Herausforderung, mich mit den Gaben der Introversion und Hochsensibilität in dieser – ganz im doppeldeutigen Sinne – reizvollen Welt zu bewegen.

Auf meinem Weg merkte ich, dass mir die Momos dieser Welt unwahrscheinlich gut tun. Die Menschen, die zuhören können. Mit ihrer ungeteilten Aufmerksamkeit und einer offenen, wertfreien inneren Haltung da sind. Die sich Zeit lassen, das Gesagte in sich sickern zu lassen und versuchen, meine innere Landkarte zu verstehen. Die mir Zeit lassen, die passenden Worte und Ausdrücke zu finden. Und die zugleich ein Gegenüber sind – keine Fähnlein im Winde. Die auf den inneren Wiederhall lauschen, den meine Worte auslösen und diesen als Echo zurückgeben. Die Menschen, mit denen man tief tauchen kann, weil sie sich selbst gut an die Sauerstoffversorgung angeschlossen haben.

„Ich begegne Dir. Und somit auch mir. Das ist das, was mein Herz immer wollte. Ich begegne mir. Und somit auch Dir.“ karindrawings / Karin Clauss

Wenn ich inden Genuss einer Momo kam, fühlte mich wohlig, belebt und vital wie nach einem Saunagang. Mir wurde klar, dass introvertierte Personen in Gesprächen oft nicht der Raum gegeben wird, den sie benötigen, um ihren Beitrag zu leisten. Dass „normale“ Gespräche sich für sie so anfühlen, als ob sie auf einen rasant fahrenden Zug aufspringen müssen. Bei einer Momo ist das anders. Und hinterher fühlte mich kräftiger & klarer.

Dickeres Fell – durch das Gefühl des verstanden seins? Darüber wollte ich mehr wissen! Und zugleich diese Erfahrung an andere weiter geben. Deshalb lernte ich viel über Themen wie Empathie und Zuhören oder die Fähigkeit, tiefer zu graben und wegweisende Fragen zu stellen. Ich machte das Zuhören zu meiner Passion. Heute bin ich als Zuhörerin unterwegs, – beim Ehrenamt in einer Kirche oder als Macherin der Lichtung.

… und was der Minimalismus damit zu tun hat.

Auf meinem Weg merkte ich ausserdem, dass der Minimalismus mir ebenfalls unwahrscheinlich gut tut. Minimalismus ist für mich vor allem ein konsumkritischer Weg – und das berühmte Entrümpeln ist davon eine Facette. Konsumkritisch heisst: Ich wähle das, was ich konsumiere, möglichst bewusst. Ich prüfe, wie es auf mich und auf meine Umwelt wirkt.

Kein Ding, keine Beschäftigung oder keine Nachricht existiert für sich alleine, sie sind eingebunden und mit Wirkungen gekoppelt. Sie werden unter bestimmten Bedingungen getätigt oder hergestellt, enthalten Botschaften & Symbole, lösen Erinnerungen, Emotionen und Assoziationen aus, haben einen Aufforderungscharakter: Sieh mich an! Pflege mich! Warte mich! Lies mich! Beschäftige dich mit mir! Antworte mir!

Mit Nippes überquellende Regale strapazieren und beschäftigen meinen hochsensiblen Geist genau so wie eine nach Selbstoptimierung rufende Startseite bei Facebook. Klare Räume, regelmässige Rituale sowie feste Zeiten, ein aufgeräumter Schreibtisch, ein Waldspaziergang, Zuhause verlebte Feier- und Ferientage – all das sind dagegen schnickschnackfreie und ökologisch einwandfreie Tankstellen, die mich mit Energie versorgen und meine Seele singen lassen.

Dickeres Fell – durch weglassen?  Ich fing an, mit diesem Minimalismus-Effekt zu experimentieren. Und stellte fest: Weniger und ausgesuchte Reize bedeuten mehr Ruhe. Mehr Ruhe heißt mehr Selbstkontakt. Mehr Selbstkontakt heißt bessere Entscheidungen für mich zu treffen. Wer hochsensibel nach außen ist und sich einem Erwartungs- und Reizbombardement aussetzt, kann nicht gleichzeitig hochsensibel nach innen und mit sich selbst in einem guten Kontakt sein. Wie der Minimalismus gerade hochsensiblen Menschen hilft, besser für sich da zu sein, darüber habe ich hier geschrieben.

Ein dickeres Fell …

… brauche ich nicht (auch wenn ich es mir in einigen Situationen dennoch wünsche). Empathie zu bekommen und minimalistisch zu leben verändert mich nicht. Macht aus mir keinen „normalsensiblen“ und extrovertierten Menschen. Es geht darum, mir Räume zu schaffen und zu gestalten, die meiner Sensibilität gerecht werden. Dann wächst gefühlt ein dickeres Fell. Und das Selbstverständnis, dass ich schwer in Ordnung bin, wie ich bin.

2 Kommentare

  1. Oh ja, ich finde solche Momos auch sehr angenehm.

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