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Superbuch-Guide für unerschrockene Handschriftliche (Teil II)

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Heute folgt Teil II der Serie „Superbuch-Guide für unerschrockene Handschriftliche“:

Was ist bei der Anschaffung eines Superbuches zu beachten?

Im Teil I habe ich zunächst die beiden grundsätzlichen Prinzipen eines Superbuchs beschrieben („Alles an einem Ort notieren“ und „Das Notierte durcharbeiten und organisieren“). Zudem bin ich der Frage nachgegangen, warum ein Superbuch auch in digitalen Zeiten ein sinnvolles Arbeitstool ist.

Im Teil II geht’s also nun um den Kauf eines neuen Superbuchs. Die Auswahl an Notiz- und Ringbüchern, die für ein Superbuch in Frage kommen, ist immens und verlangt viele Entscheidungen: DIN A4-Format oder lieber kleiner? Liniert, kariert oder mit Blanko-Seiten? Perforiert? Ringbuch oder gebunden? Moleskine oder China-Kladde? Zudem kann man ganz schön viel Geld loswerden – es lohnt sich also, sich diesen Punkt genauer anzusehen.

Grundsätzlich gilt: Ein Superbuch ist erst dann „Super“, wenn es deinen persönlichen Erfordernissen gerecht wird. Folgender kleiner „Test“ kann dich bei der Auswahl eines für dich geeigneten Superbuchs unterstützen, indem die Fragen auf bestimmte Entscheidungskriterien aufmerksam machen.

* Frau Momos kurzer Superbuch-Anschaffungstest*

Entscheide dich zunächst, ob du den Test für ein berufliches oder privates Superbuch machen möchtest.

Wie gross sind die Taschen oder Rucksäcke, die du im Alltag benutzt?

Das Superbuch begleitet dich überall hin, deshalb ist ein Format empfehlenswert, das in jede deiner Taschen passt. Denn glaube mir, es ist wirklich schwierig, ein DIN A4-Buch in die kleine Handtasche zu stopfen, mit der du auf eine Party oder ins Kino gehst. Es kann aber durchaus gut sein, dass du genau an diesen Orten wertvolle Impulse erhältst, die du notieren möchtest. Deshalb stelle dir deine Taschen bzw. Rucksäcke vor deinem geistigen Auge vor – welches Buch-Format passt in jede deiner Taschen?

  1. DIN A4
  2. DIN A5
  3. DIN A6

Herrscht akute Zerfledderungsgefahr?

Verwendest du grosse, ungefächerte Taschen oder Rucksäcke, in denen alles bunt durcheinander purzelt?

  1. Wenn NEIN: Gehe weiter zur nächsten Frage.
  2. Wenn JA: Das Superbuch könnte sich an den anderen Gegenständen in deiner Tasche reiben und stossen, sich aufblättern, Eselsohren sowie andere Blessuren davon tragen.
    1. Das ist dir ziemlich gleichgültig: Gehe weiter zur nächsten Frage.
    2. Du stehst trotz Gerümpeltasche auf ein gepflegtes Superbuch: Gummibandverschluss heisst das Zauberwort! Achte beim Kauf also darauf, dass das Buch einen Gummibandverschluss hat. Falls du Ringbuch-Fan bist, ist es zusätzlich wichtig, auf einen stabilen Umschlag (Hardcover) zu achten.

Ziehst du blank oder bist du kleinkariert?

Blanko, kariert oder liniert – da gibt’s einfach keine klaren Regeln. Kreuze an, was auf dich zutrifft und schau, wo du die meisten Kreuze hast. Bei gleicher Anzahl: Einfach testen und schauen, womit du besser zurecht kommst.

Für Blanko-Seiten sprechen tendenziell folgende Gründe:
  • Du zeichnest gerne, machst Skizzen oder Sketchnotes.
  • Mindmaps gehören zu deinen Arbeitstools.
  • Freie, unstrukturierte Fläche findest du toll, du nutzt sie ganz nach deinem Gusto.
  • Deine Handschrift ist groß und ausladend und du liebst es, damit ein leeres Blatt zu füllen.
Für Karos und Linien sprechen tendenziell folgende Gründe:
  • Zahlen, Diagramme, Tabellen, Berechnungen gehören zu deinem Alltag.
  • Du magst visuelle Orienterierungshilfen, zum Beispiel um einen genauen Zeilenabstand zu halten oder um einen Rand zu ziehen.
  • Du magst es nicht, wenn du „krumm“ schreibst und die Zeilen eine eigenwillige Richtung einschlagen.
  • „Klein und fein“ ist dein Motto, auch in puncto Handschrift.

Lieber edel & teuer oder tut es die China-Kladde auch?

Es gilt eine Balance zu finden zwischen Design, Qualität und Nutzen. Je öfters du dich in den folgenden Aussagen widerfindest, desto mehr lohnt es sich, in ein etwas edleres und teureres Superbuch zu investieren:

  • Es ist dir wichtig, vor Kunden, Vorgesetzten, Arbeitskollegen (bzw. vor Familienmitgliedern oder im Freundes- und Bekanntenkreis) einen professionellen oder stylischen Eindruck zu machen.
  • Der Umgang mit qualitativ hochwertigen Papierwaren bereitet dir Freude.
  • Auch edle Materialien schrecken dich nicht davon ab, sie ungeniert als Arbeitsmittel zu benutzen.
  • Du bist ein „Reinschrift-Typ“ (siehe nächste Frage).

Bereits nummeriert und mit Inhaltsverzeichnis?

Es gibt Bücher, die sind bereits vornummeriert und halten ein leeres Inhaltsverzeichnis parat. Der Kauf eines solchen Buches lohnt sich, wenn du der „Reinschrift-Typ“ bist, wie ich ihn nenne. Bei dir sehen nämlich selbst Notizen wie Reinschrift aus. Sprich: Du bist nicht chaotische Typ, der viel klirrt, durchstreicht und Blätter rausreisst.

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Ich hoffe, dass diese Kriterien bzw. Fragen dir Anhaltspunkte geben konnten, was beim Kauf eines Superbuchs für dich wichtig ist im Blick zu haben. Zentral ist es, eine Lösung zu finden, die für dich gut funktioniert.

Teil III folgt in ca. 10 Tagen und dann geht es um folgende Fragen:

  • Wie strukturiere ich ein Superbuch?
  • Wie mache ich effektiv Einträge?

7 Kommentare

  1. Meine Lösung für das Superbuch, damit ich nichts verlieren kann und es nicht abgescheuert wird.

    https://widerstandistzweckmaessig.wordpress.com/2015/01/27/selbst-gemacht-statt-selbst-gekauft-hulle-fur-kalender-notizblock-buch-e-reader-oder-tablet/

    Freue mich schon auf den 3. Teil weil ich sehr viel von Superbuch halte und schon seit vielen Jahren in unterschiedlichen Variationen verwende.

    lg
    Maria

    • Wow, du hast nicht nur einen Abscheuerungs-Schutz für deinen Kalender, sondern auch noch einen Aufbewahrungsort für die Stifte geschaffen.

      Und du machst noch auf ein wichtiges Thema aufmerksam: Die lose herum fliegenden Blätter, die „Freßzettel“, die sich manchmal nicht vermeiden lassen. Viele Notizbücher haben ja mittlerweile eine Falttasche im Einband. Wer zu solchen „Loseblattsammlungen“ neigt, ist mit so einer Tasche gut beraten … oder aber eben mit einem Jeans-Etui à la Maria.

      Vielen Dank für die Verlinkung der DIY-Anleitung! Ich staune immer wieder über deine Kreativität und deinen Erfindungsreichtum. Ich selbst bin leider überhaupt nicht der Näh-Typ (sonst würde ich mir ein Bauchband nach dem anderen aus alten T-Shirts, Tüchern und Schals nähen).

  2. Liebe Frau Momo,

    der zweite Teil deiner Artikelserie ist super geworden und ich bin schon gespannt auf Teil 3. Neben kariert/liniert und blanko gibt es bei einigen Herrstellern übrigens auch punktkariert, wo nur die einzelnen Ecken des Karos durch kleine Punkte markiert sind. So kann man sich am Raster orientieren und bei Zeichnungen stört es nicht allzu sehr. Außerdem finde ich es wichtig, darauf hinzuweisen, dass es heutzutage sehr schöne und hochwertige Notizbücher aus Recyclingpapier gibt, die gar nicht mehr an kratziges Papier aus früheren Schulheften erinnern.

    Liebe Grüße, Svenja

    P.S.: Du musst dich doch nicht dafür entschuldigen, dass der Beitrag erst später erschienen ist. Dein Blog – deine Regeln 🙂

    • Liebe Svenja

      Freut mich, dass dir Teil II gefällt!

      Ja, „punktkariert“ gibt es auch, welch‘ guter Hinweis. Wie du schreibst, für Menschen geeignet, die frei zeichnen als auch eine visuelle Orientierung haben wollen. Wie man sieht, eine kleine Wissenschaft für sich, die Notizbuchwelt.

      Magst du in puncto hochwertige Notizbücher aus Recyclingpapier eine Bezugsquelle oder einen Hersteller nennen?

      Liebe Grüße, Barbara/Frau Momo

      P.S. Ich bin halt gerne ein zuverlässiger Mensch und mag es nicht, wenn ich mit meinen eigenen „Versprechen“ ins Hintertreffen gerate. Aber manchmal passiert es halt. That’s life. 🙂

  3. Mein Allesnotizbuch ist A6 und aus schon einseitig bedruckten/benutztem Papier selbst gebunden. Der Deckel besteht aus 2 Teilen, die aus einer Kalenderrückwand geschnitten wurden. Ein tintenblauer, selbst genähter Stoffumschlag mit gelbem Gummiband macht die Sache von außen hübsch. Das Gummiband verhindert, dass das Buch in der Tasche zuerfleddert und klemmt gleichzeitig einen Bleistift in das Buch.

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