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Spontankäufe einfach sein lassen

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Wie mir die „Alltagsfrage“ hilft, Spontankäufe zu lassen

Was ist es bei dir? Bei mir sind es Buchhandlungen, Papeterien, Büroartikelmärkte und Geschäfte für Künstlerbedarf. Sie lassen mein Herz höher schlagen, die Zeit vergessen. Ich kann stundenlang durch so einen Laden stöbern, es ist wie ein Eintauchen in eine andere Welt.

Minimalismus-Prüfsteine

Gerade diese Orte, die mich emotional so ansprechen, sind für mich kleine Minimalismus-Prüfsteine. Denn die Gefahr, dass ich einem Impuls folgend überflüssige Dinge kaufe, ist hoch.

Ich selber verstehe den Minimalismus nicht so, als dass ich mir nicht mehr Sachen kaufe, die ich schön finde und mag. Es geht mir dabei eher um eine kritische Auseinandersetzung mit den Themen Konsum und Überfluss. Und es geht mir um die Frage, was mein Leben wirklich bereichert.

Der Stapel wunderschöner, aber ungenutzter Notizbücher, der langsam in meinem Regal verstaubt, weist einfach nur auf unnützen Überfluss hin. Das möchte ich nicht mehr in meinem Leben: Dinge kaufen, die ungenutzt herum liegen, auch wenn sie noch so schön sind. Und von einer wirklichen Bereicherung kann ich dann auch nicht sprechen.

Die Alltagsfrage

Nun stehe ich also in diesem Büroartikelmarkt, diesmal mit einem Laminiergerät in den Händen. Klingt vielleicht in so manchem Ohr befremdlich, aber ich mag Laminiertes. Alle Minimalismus-Alarmglöckchen bimmeln in meinem Kopf.

Gut. Ich stelle mir also eine Frage:

Habe ich dieses Laminiergerät in meinem Alltag vermisst oder benötigt? 

Das ist sie, die Alltagsfrage. Wirklich einfach.

Habe ich diesen Gegenstand in meinem Alltag vermisst oder benötigt? Habe ich in letzter Zeit gedacht: „Hey, das würde ich jetzt gerne laminieren! Schade, dass ich kein Laminiergerät habe!“?

Alle meine Anschaffungen sollten diese Alltagsfrage locker bestehen. Was allerdings im Umkehrschluss nicht heisst, dass ich kaufe, wenn diese Frage bejaht wird. Sie ist eins von mehreren Kriterien auf dem Weg zur Anschaffung.

Zurück zum Büroartikelmarkt: Vor meinem inneren Auge sehe ich mich das Laminiergerät ein- oder zweimal freudig nutzen, dann in mein Regal wandern, von dem Regal irgendwann ins Sideboard (weil ich es dort nicht sehe) und vom Sideboard irgendwann in den Keller (weil ich es dort noch seltener sehe).

Nein. Klarer Entscheid: Das will ich nicht. Das Laminiergerät wandert in das Regal zurück … und ich aus dem Laden.

Wie gelingt es dir, Spontankäufe zu lassen?

4 Kommentare

  1. Du hast ja ebenso eine Laminiergerät-Historie. 🙂
    Find ich jetzt richtig lustig.

    Bei mir sind es übrigens gut sortierte Comic-Läden, die als Buchhandlung getarnt sind. Das sieht man leider von Außen nicht. Und wenn man dann mal drin ist, ist es schon zu spät und ich gehe mit voller Tüte raus. Aber ich sehe das eigentlich gelassen und freue mich über solche Spontankäufe.

    Spontankäufe kommen bei mir aber nicht allzu oft vor. Meine Wohnung ist recht klein, deswegen bin ich grundsätzlich erstmal defensiv gegenüber neuen Gegenständen eingestellt (muss das Zeug ja auch irgendwie unterbringen). Ich habe beispielsweise fast zwei Jahre lang hin und her überlegt, ob ich mir ein ActiFry zulegen soll. Das Gerät ist nicht billig, aber darum ging es nicht. Wußte einfach nicht, wo ich das verstauen soll. :-)))

    • Ja, musste bei deinem Post über den Parkausweis verständnisvoll grinsen. Denn natürlich muss man solche Dinger laminieren, dann halten sie, bleiben lesbar, man kann sie abwaschen, es ist hygienischer, etc.

      So so, gut sortierte Comicläden, die als Buchhandlungen getarnt sind. Sachen gibt’s. 😉

      Wichtig ist meiner Ansicht nach, ob man die Dinge, die man bei einem Spontankauf erwirbt, auch wirklich nutzt, liebt, pflegt. Deshalb auch meine „Alltagsfrage“: Habe ich den Gegenstand in meinem Alltag vermisst? Das ist ein Hinweis darauf, dass man ihn auch wirklich nutzen wird.

      Was dein ActiFry ist, ist mein Toaster. (Jetzt musste ich tatsächlich googeln, was ein ActiFry ist). Ich habe so gut wie keine Küchenmaschinen. Das Einzige, was ich tatsächlich hin und wieder vermisse, ist ein Toaster. Gehört nicht wirklich zu den lebensnotwendigen Dingen im Leben, deshalb gibt es keine „gezielte“ Anschaffung. Aber immer wenn ich im Brocki, im Gebrauchtwarenmarkt, bin, schaue ich, ob es einen Toaster hat. Das wird irgendwann ein Spontankauf.

  2. Ja, das sind meistens kleine Inhaber-geführte Buchhandlungen mit liebevollem Sortiment. Die führen dann oft auch ein kleines Comic-Sortiment mit richtigen schönen Graphic Novels. Große Ketten wie Thalia haben zwar auch Comics, das sind weitgehend aber so Mainstream-Kram wie Mangas, was nicht so mein Fall ist.

    Wenn man das Küchengerät so definiert, dass es Strom benötigt, dann haben sich bei mir mittlerweile doch einige Geräte angesammelt. Die Kaufentscheidung für das ActiFry war eine sehr gute. Ich war jahrelang deprimiert, weil ich keine richtigen Pommes Frites machen konnte. Eine Friteuse war nie eine Option, weil für eine Person oversized und zu aufwändig. Backofen-Pommes Frites sind aber einfach furchtbar. Also habe ich nie welche gemacht, jedoch bei manchen Speisen gehören die einfach dazu. Jetzt mache ich die mit dem ActiFry und das ist einfach super!

    Ich frage mich übrigens weniger, wie oft man ein Gerät nutzt, sondern wie gut man es substituieren kann. Manche Geräte nutzt man selten, aber wenn man sie braucht, dann braucht man sie. Jetzt gibt es aber Geräte, die kann man durch andere Geräte substituieren. Küchenhelfer wie beispielsweise ein Eierschneider, das käme mir nicht ins Haus (Substitution: das Messer). Andere Sachen kann man sich leihen (bei mir: die Bohrmaschine). Und dann gibt es so Sachen, die lassen sich nicht so gut ersetzen (z.B. das ActiFry). So versuche ich das zu halten.

    PS: Ich vermisse eine Suche im Blog. Hab ganz schlecht auf diesen Beitrag „zurück“ gefunden.

    • Echt? Inhabergeführte Buchhandlungen mit Comic-Sortiment? Mir kommt da eigentlich nur ein auf Comics spezialisierter Laden in der Zürcher Innenstadt in den Sinn. Der wäre wahrscheinlich dein finanzieller Ruin. 😉

      Interessant, diese Frage nach Substitution oder Nutzung. Ich mag es nicht, Geräte zu haben, die ich nur selten nutze – auch wenn sie nicht substituierbar sind. Die Bohrmaschine gehört dazu. Ich habe sie vor drei Jahren geschenkt bekommen und seitdem einmal benutzt. Ein nagelneues Ding. Wenn ich an meine Bohrmaschine denke, denke ich an die „Pumpipumpe“ und daran, dass ich das schon lange mal in die Wege leiten wollte. Mach ich jetzt! Sticker bestellen, an den Briefkasten kleben und meine Nachbarn sehen lassen, welche Dinge sie von mir ausleihen können. Danke für den Anstupser!

      Und auch Danke für die anderen Anstubser …. Suchfunktion, Kommentare abonnieren. Ist alles in der Umsetzung!

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