frau momos minimalismus

Selbstbewusstsein – das Fundament für deine feinen Energien

| Keine Kommentare

Fang an, dir selbst zu vertrauen

Kennst du die Redewendung „Keine Nachrichten sind gute Nachrichten“? Ich habe sie von meiner Mutter gelernt. Wenn ich als Teenager in den Sommerferien in der Weltgeschichte herumreiste und nichts von mir hören lies, beruhigte sie sich selbst mit diesem Satz.

“Nicht-Fokus”: Wenn das Augenmerk auf dem liegt, was nicht ist

Keine Nachrichten sind gute Nachrichten – dies spiegelt unsere Tendenz, vorwiegend über Schwierigkeiten und Defizite als über Lösungen und Stärken zu kommunizieren: In geschäftlichen Sitzungen und auf der Coach beim Therapeuten sprechen wir hauptsächlich über Probleme. Wir erfassen im Alltag zielsicher, was alles nicht gelingt; was alles nicht gesagt oder nicht getan wurde; was nicht nach Plan läuft. Unsere To-Do-Liste ist fast immer länger als der Tag und lässt uns mit dem Gefühl zurück, etwas nicht geschafft zu haben. Auch die Auseinandersetzung mit unseren Zielen gibt uns permanent einen Hinweis darauf, was noch nicht ist.

Selbstzweifel: Eine Hochburg hochsensibler Menschen

Dieser “Nicht-Fokus” kann ein ausgezeichneter Nährboden für Selbstzweifel sein – vor allem für feinfühlige Menschen.

Dabei zweifeln feinfühlige Menschen nicht tiefer als andere Menschen, weil sie tatsächlich weniger können. Sie nehmen mehr Informationen auf, die zu einem aufwändigeren inneren Verarbeiten, Abwägen und Infragestellen führen.

Selbstbewusstsein

Selbstbewusstsein heißt, wortwörtlich genommen: Sich seiner selbst bewusst sein. Es geht um das An-Erkennen der eigenen Persönlichkeit und Stärken. Ein stabiles oder starkes Selbstwertgefühl beinhaltet eine Art Gewissheit bezüglich des eigenen Könnens. Es hilft, sich selbst und seine Fähigkeiten gut einzuschätzen und diese gesunde Einschätzung auch in stürmischen Zeiten mit Gegenwind nicht zu verlieren.

Feinfühlige Menschen mit ihrer meist hervorragenden Beobachtungsgabe bringen gute Voraussetzungen mit, um ein stabiles Selbstbewusstsein zu entwickeln. Sie müssen dafür ihre Wahrnehmung entsprechend lenken.

Täglich drei Dinge aufschreiben, die du gut gemacht hast

Zunächst: Dir täglich drei Dinge zu notieren, die du gut gemacht hast, ist keine Übung im positiven Denken. Es geht nicht darum, misslungene Dinge schön zu reden oder Sahne auf einen Scheißehaufen zu setzen.

Vielmehr geht darum, beobachten und dokumentieren zu lernen, welche Situationen wir geschickt, mühelos oder kreativ angehen. Wo haben wir eine kluge Lösung entwickelt? In welcher Situation hat sich unsere Beharrlichkeit ausgezahlt? Wann verhalten wir uns anderen Menschen großzügig und zuvorkommend gegenüber? Was gelingt uns leicht? In welcher Situationen sind wir überzeugend?

Zurückhaltende Menschen sind oft gut im Analysieren und verlassen sich auf Fakten. Das Niederschreiben der Situationen, die du gut bewältigt und gemeistert hast, ist wie ein schriftlicher Einzahlungsbeleg, den du dir selbst ausstellst.

Dieses Ritual entfaltet seine Kraft über die Dauer. Irgendwann ist aus drei dünnen, flattrigen Belegen eines einzelnen Tages ein fester, stabiler und unübersehbarer Papierberg geworden.

Das ist deine Schatzkiste des Gelingens.

Drei Hinweise:

1 – Was heißt “gut” gemacht?

Du bist der Maßstab. Es geht nicht darum, was andere als gelungen bewerten, sondern wo du der Meinung bist, dass du etwas gut hinbekommen hast.

Viele feinfühlige Menschen sind gewohnheitsmässig mit der Wahrnehmung nicht bei sich selbst fokussiert, sondern bei ihrem Umfeld. Wenn du dir deines Könnens besser bewusst sein möchtest, dann ist es wesentlich, dass du dieses selbst entdeckst und herausarbeitest.

2 – Die eigene Wahrnehmung bestätigen

Hochsensiblen fällt es häufig schwer, der eigenen Wahrnehmung zu vertrauen. Halte nach Situationen Ausschau, in denen du mit deiner Wahrnehmung richtig gelegen hast. Schreibe sie auf. Als Bestätigung, dass du dich auf deine Intuition und deine Instinkte verlassen kannst.

3 – Bennenne Dinge, die in deinem Machtbereich liegen

Konzentriere dich auf Dinge, die in deinem Einflussbereich, in deinem Handlungsbereich liegen. Ob dir jemand freundlich zulächelt, liegt nur bedingt in deinem Einflussbereich. Genauso das Wetter, Verkehrsbedingungen oder der Sieg der Lieblingsmannschaft.

Fazit

Durch das Niederschreiben schaffst du dir ein verinnerlichtes Wissen deiner Fähigkeiten. Es ist die wiederholte Reflektion, die dich Gewissheit erlangen lässt, welche Situationen du gut meisterst. Das ist der Boden, auf dem du stehst und auf dem deine feinen Energien blühen können.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.