frau momos minimalismus

#Konsumauszeit – Woche 1

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Frau Momos Staffelei

Purge-Watching, malerische Ambitionen und Dosierungsfragen

Apfelmädchen und Sadfsh rufen zur Konsumauszeit im November auf und ich springe – ohne groß darüber nachzudenken – auf den Zug mit auf. Die Aktion kommt mir gerade recht.

Tschüss Netflix!

Als Erstes drücke ich nicht den Pausenknopf (das ist nämlich das Motto der Konsumauszeit: Wir drücken im November den Pausenknopf), sondern ich klicke auf den „Konto kündigen“-Button. Mein Netflix-Abo muss dran glauben.

Meine Begeisterung für die Serie Orange Is The New Black fand ich noch ganz charmant. (Und zu recht wurde die Serie mit Preisen überhäuft). Die Sogkraft, die die Serie Breaking Bad auf mich ausübt, mag ich dagegen gar nicht. Eine neue völlig Erfahrung für mich: Ich schaue etwas, was ich nicht mag – weil es eine mediale Anziehung auf mich ausübt. Dafür gibt es sogar einen Begriff: „Purge-Watching“:

Gemeint ist das Glotzen trotz Überdruss und, obwohl man eine Serie nicht mal gut findet. Während man beim Binge-Watching nicht aufhören kann, weil die Geschichte so spannend, man so tief eingetaucht ist in ihre Welt, ist „Purge-Watching“ das Zuendebringen von etwas, das einem nie wirklich Spaß bereitet hat. Der Grund: Wir sind „plot-committed“, haben uns dem Verlauf der Geschichte unterworfen und kommen nicht los, bis sie sich selbst ein Ende setzt. (Und dies ist die Quelle des Zitats)

Freilich – allzu dolle und lange habe ich es damit nicht getrieben. Dafür war ich viel zu verblüfft über mich selbst, dass ich für so etwas anfällig bin. Also: Tschüß Netflix-Konsum!

Hallo Staffelei!

Das lässt mich ein anderes Vorhaben umsetzen, das mir schon lange im Kopf herum geistert und perfekt für lange, dunkle Novemberabende ist: Malen und dabei Hörbücher hören. Die Kombination von Malen & Hören lässt mich regelmässig in den Flow kommen. Um den November-Flow zu aktivieren, räume ich meine Wohnung erst einmal um, (denn so eine Staffelei braucht ziemlich viel Platz), klebe den Boden ab und schleppe die Staffelei die enge & steile Treppen vom Dachboden hinunter. Nun steht sie da, mit einem frischen Papier bespannt und wartet …

Dosierungsfragen

Was gibt es sonst noch zur #Konsumauszeit zu sagen? Neben den üblichen Lebensmitteln und den Fahrkarten für öffentliche Verkehrsmittel habe ich nichts gekauft und das ist mir leicht gefallen.

Während der Woche habe ich mir vor allem mal wieder um Dosierungsfragen einen Kopf gemacht. Ich weiß nicht wie es euch geht – aber würde ich mich an alle Dosierungsvorschläge der Hersteller halten, wäre ich eine arme Frau. (Ha ha – nun ja, fast). Ich bin überzeugt, dass die Produktmanager sich vor Lachen auf die Schenkel klopfen während sie diese Anwendungs- und Dosierungshinweise schreiben. Das gilt vor allem für Hygieneprodukte wie Mundwasser oder Zahnpasta, aber zum Beispiel auch für Tee. Tee ist für mich oft hoffnungslos überdosiert – je nach Teesorte benutze ich Teebeutel zweimal.

Das war’s von mir.

Eure Barbara

11 Kommentare

  1. Oh wow, wusste gar nicht, dass es für diese Art von „Gucken“ auch schon nen Begriff gibt! Ich hatte das auch mal mit diesen Crime-Serien, die immer dasselbe Schema abklopfen, aber im Grunde total langweilig waren. Als sie dann die eine Hauptdarstellerin rausgeschrieben haben, hab ich dann doch den Absprung geschafft.
    Netflix aktiviere ich nur durch diese Gutscheinkarten, da kann ich das besser kontrollieren, weil man ja da eh nur „Binge-Watching“ betreibt 😀

    Das mit den Dosierungsfragen find ich interessant. Ich lass meinen Tee immer ganz kurz ziehen, aber ich bilde mir immer ein, dass ein zweiter Aufguss nicht so gut schmeckt. Bei welchen Teesorten machst du das denn so?

    LG
    FDD

    • Seltsamerweise (oder glücklicherweise) bin ich frei von Binge-Watching. Selbst bei Orange Is The New Black habe ich nur ein bis zwei Folgen am Stück geschaut und gerne auch mal zwischendrin unterbrochen.

      Ja, der zweite Aufguss ist nicht ganz so geschmacksintensiv wie der erste. Aber gerade abends, vor dem Zubettgehen, macht mir das gar nix. Praktizieren tu ich das zur Zeit vor allem mit einem Grünen Tee (Sencha) von Alnatura.

      Liebe Grüsse in den Norden

      Barbara / Frau Momo

      • Bei grünem Tee sind oft sogar mehr als zwei Aufgüsse möglich und ich glaube, ursprünglich völlig normal. Teilweise kann Schwarztee ebenfalls zweimal aufgegossen werden. Die Ziehzeit verlängert sich. Gute Produzenten schreiben das auch auf die Packung z.B. Paper and Tea aus Berlin. Wobei ich die trotzdem auch niedriger dosiere.

        • Von schwarzem Tee war mir der zweite Aufguss bekannt. Bei grünem Tee habe ich es für mich selbst heraus gefunden.

          Liebe Grüsse

          Barbara / Frau Momo

    • Ohja, die fiesen amerikanischen Crimeserien. Immer Schema X, dazu ein wenig persönliche Handlung (mit Spannungsbogen über die gesamte Staffel) – trotzdem ist die Versuchung, sich berieseln zu lassen, groß. Mittlerweile haben wir unsere Serienfavoriten herausgepikt und für neue Serien muss eine alte aus dem Programm fliegen.

      „Purge-Watching“ werde ich mir als Begriff auf jeden Fall merken. Danke dafür, liebe Frau Momo 🙂

      Liebe Grüße, Svenja (Apfelmädchen)

  2. Liebe Frau Momo,
    ich höre gerne tiefergehende Interviews zwischen zwei bis vier Menschen und bin nebenbei kreativ. Das fühlt sich immer sehr schön an – mache ich nur leider viel zu selten.

    Inspiriert von der Konsumauszeit habe ich auch zwei Serien aus meinem Abendprogramm gestrichen. Ich habe mich da in letzter Zeit auch häufiger gefragt, ob ich die Serien überhaupt noch mag. Das Ergebnis: Mir gefielen sie früher besser und ich habe sie eigentlich eher aus Gewohnheit geschaut.

    Jetzt habe ich mehr Zeit für oben genannte Aktivitäten! 🙂
    Viele Grüße
    Annika

    • Liebe Annika,

      klingt total spannend! Ich höre Radio-Interviews gerne beim Autofahren. Ich suche mir dann immer einen Kanal, der eher Berichte, Dokumentationen, Nachrichten und eben Interviews sendet.

      Sind das dann TV- oder Radio-Interviews, die du nebenbei hörst?

      Bis jetzt vermisse ich in Sachen Netflix gar nix. Ganz im Gegenteil – ich bin so vertieft in meine Projekte, dass ich mich frage, wo ich vorher die Zeit für Serien hergenommen habe.

      Herzliche Grüsse

      Barbara / Frau Momo

  3. Ich finde auch, dass Tee überdosiert ist. Ich löse es so, dass ich die vierfache Menge an Wasser verwende als empfohlen.

    lg
    Maria

  4. Pingback: Wie gehe ich inzwischen mit der Informationsflut um? – Regen Blumen Wiese

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