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Gelesen: 1Q84 von Haruki Murakami

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Dies ist mein erster Murakami. Ich weiss, dass dieses Buch unter eingefleischten Murakami-Fans etwas verschrien ist. Deshalb wird es als Einstieg in sein Werk nicht empfohlen. Mich als „Newbie“ in der Murakami-Szene hat der über tausend Seiten starke Wälzer dennoch in seinen Bann gezogen.

Die Geschichte ist fulminant: Es geht um Aussenseiter, Auftragsmorde, eine Sekte und ihren geheimnisvollen, charismatischen Anführer, einen literarischen Komplott, eine Puppe aus Luft, George Orwells „1984“, eine machtvolle alte Dame, Parallelwelten, zwei Monde am Nachthimmel, die Machtlosigkeit von Kindern und die Prägung für den späteren Lebensweg, die sich daraus ergibt … um nur einige Stichworte zu nennen. Surrealistische Elemente schleichen sich langsam aber sicher in die Geschichte ein. Die verschiedenen Fäden der Geschichte fügen sich zunehmend ineinander, ergeben ein komplexes Gesamtwerk.

Für mich ist Murakami keinem Genre eindeutig zuzuordnen. Thriller, Fantasy, Trivialliteratur?

Beeindruckt hat mich vor allem die einfache, schnörkellose Sprache, mit der Murakami seine dicht verwobene, komplexe Welt erschafft. Auch wie die beiden Hauptfiguren, zwei Einzelgänger, jeweils geprägt durch eine schwierige Kindheit, mochte ich.

Bei all dem spürbar feinfühligen Talent war ich enttäuscht von den recht klischeemässigen und stereotypen Frauenbeschreibungen. Zudem verliert der Roman auf dem Weg an Zugkraft. Ermüdende wiederholende Momente und die manchmal etwas kitschig anmutende Wandlung zu einer Liebesgeschichte wirken wie ein störendes, klebriges Kaugummi in diesem Werk. Ich denke, es ist dieser letztgenannte „Kaugummi-Faktor“, über den sich die eingangs genannten Murakami-Fans echauffieren.

Dennoch halte ich den Roman grundsätzlich für lesenswert. Weil die Geschichte und ihr Stil, in dem sie erzählt wird, einfach aussergewöhnlich sind.

Mein Fazit:

  • Geeignet für ausgiebige Lesezeiten im Winter oder im Urlaub  – zum Eintauchen in eine andere Welt.
  • Geeignet für Freunde von geheimnisvollen, surrealen Romanen.

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