frau momos minimalismus

Fürchte etwas und es wird eintreten – oder auch nicht

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Eine wahre Geschichte in drei Teilen

Teil 1- Die Sahne auf dem Scheissehaufen

Jeden Morgen, wenn ich in die Küche gehe, steigt ein ganz bestimmter angstvoller Gedanke in mir hoch. Dieser Gedanke erzeugt Bilder, eine Art Mini-Horror-Film in meinem Kopf.

Ich brühe meinen Kaffee auf und denke an den Ausspruch Buddhas: Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken formen wir die Welt.

Ich weiß: meine angstvollen Gedanken wirken wie ein Magnet in meinem Bewusstsein. Ich richte meine Aufmerksamkeit auf etwas, was ich eigentlich nicht erleben will und gebe dieser Idee damit Energie.

Da stehe ich nun mit meinem dampfenden Kaffee in meiner Küche und dieser Horror-Film läuft im Zeitraffertempo & in der Wiederholungsschleife in meinem Kopf ab. Ich gerate innerlich unter Druck. Denke, ich muss nun etwas anderes denken. Pah! Denkste! Das ist genau wie das Ding mit dem rosaroten Elefanten, an den man nicht denken soll.

Ich mache dennoch weiter, versuche an etwas „Positives“ zu denken, versuche meine negativen Bilder mit positiven Phantasien zu kurieren. Aber, und das spüre ich genau, das ist, als wenn ich Sahne auf den Scheissehaufen setzen will. Denn unter den vermeintlichen positiven Gedanken liegt die bloße Angst. Aus Angst heraus versuche ich, positive Bilder zu erzeugen. Ich merke: das klappt nicht.

Teil 2 – Identifikation mit dem Scheissehaufen aufgeben

Ein paar Tage lang stehe morgens auf und gehe in die Küche. Ich nehme wahr, wie dieser angstvolle Gedanke wieder auftaucht – mit all den damit verbundenen inneren Bildern und Gefühlen.

Ich halte inne. Ich frage mich: Kann ich diese Angst – nur für diesen Moment – willkommen heißen und da sein lassen?

Ich lasse diese Angst einfach da sein, mit allem, was dazu gehört: Diese Bilder in meinem Kopf. Dieses Gefühl von Alarmierung in meiner Brust. Ich kämpfe nicht dagegen an, sondern ich gestehe mir zu, dass angstvolle Gedanken mich erfüllen.

Dann frage ich mich: Könnte ich den Wunsch loslassen, dass das passiert?

Das ist der wirklich interessante Punkt bei dieser ganzen Übung. Ich merke, wie mein Verstand ob dieser paradoxen Fragestellung Achterbahn fährt. Warum könnte ich mir wünschen, dass dies geschieht? Welcher Teil meiner Identität, meiner „Geschichte“, wäre damit bestätigt? Ich komme mit dem Anteil in mir in Berührung, der an dieser Angst festhält.

Ich frage mich selbst, ob ich für eine neue Erfahrung bereit bin.

Teil 3 – Ein Leben voller Sahne

Ich stehe eines Morgens auf und gehe in die Küche. Während ich meinen Kaffee koche, wird mir plötzlich bewusst, dass dieser angstvolle Gedanke seit Wochen nicht mehr da war.

(Diese wirkungsvolle Übung zum Umgang mit Angst stammt aus dem Buch „Die Sedona-Methode“ von Hale Dwoskin.)

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