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Entrümplungstipp: Mehr Sein als Schein

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Lass‘ los, was du glaubst sein zu müssen

Zurzeit entrümple ich mein Wohnzimmer. Bis vor kurzem standen dort – in einem wunderschönen antiken Holzregal – Bücher, die ich nicht etwa gelesen hatte oder die mir besonders ans Herz gewachsen waren, sondern sie standen dort, weil sie halt etwas „hermachten“. Insbesondere in diesem schönen antiken Holzregal. Da stand also – neben meinen wahren „Herzensbüchern“ – die Crème de la Crème meiner „Mehr Schein als Sein“-Bücher, schön sichtbar für alle Gäste.

Mehr Schein als Sein ist anstrengend & belastend

Gezielt habe ich mich daran gemacht, genau diese Bücher auszumisten. Und es ist eine eindrückliche Erfahrung. Denn diesen Schein loszulassen, das erleichtert spürbar. Mein Leben fühlt sich einfacher an, gelöster. Zum Beispiel laufe ich nicht mehr Gefahr, dass wohlmöglich einer meiner Gäste gezielt eine Frage zu einem dieser Schein-Bücher stellt, die mich in Bedrängnis bringen würde. Erst im Nachhinein wird mir klar, wie sehr so ein Besitz, mit dem man eine bestimmte Wirkung erzielen will, belasten kann.

Gewinn an Authentizität und innerer Sicherheit

Meine Erleichterung führe ich auf den Zugewinn an Authentizität zurück, der zugleich für ein höheres Mass an innerer Sicherheit sorgt. Ich bin echt, habe nichts zu verlieren. Kein Anstrich, der blättern könnte. Keine Maske, die fallen könnte. Ich kann mich auf mich selbst verlassen.

Freedom’s just another word for nothing left to lose (Janis Joplin)

Dem Schein auf der Spur

Wenn du auch Lust hast, dem Schein in deinem Leben auf die Spur zu kommen, probiere doch das Folgende:

Untersuche einmal deine Wohnung auf Dinge, von denen du glaubst, sie würden Gästen einen besonderen, speziellen Eindruck von dir vermitteln. Konzentriere dich dabei auf Gegenstände, die du nicht nutzt oder so gut wie nie nutzt. Schlaue Bücher im Regal. Hochwertige Zeitschriften auf dem Tisch. Dickwandige Parfümflakons im Bad. Das Design-Teeservice in der Küche. Finde so einen „Mehr Schein als Sein“-Gegenstand und entrümple ihn. Spüre nach, wie es sich anfühlt, ohne diesen Gegenstand zu leben.

„Authentizität ist die tägliche Praxis, loszulassen, wer du glaubst sein zu müssen, und zu umarmen, wer du bist.“ (Brené Brown)

 

4 Kommentare

  1. Die Logik hab ich noch nie verstanden, dass man intellektuell wirken soll, weil Bücher in der Wohnung rumstehen?

    Bestenfalls hat man ein Buch verinnerlicht und kann es direkt wieder loswerden und Leute im Gespräch überraschen, weil man was eigenes draus gemacht hat, aus dem, was man da gelesen hat.

    Also, ich hab nix an Gegenständen, um Leute zu beeindrucken. Das fände ich auch etwas seltsam.

  2. Hab ich nicht, gaaar nichts davon! *freu*

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