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Autofrei leben: Hackenporsche statt Parkgebühren

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I love Hackenporsche

Mobilität, Regionalität, Verbundenheit: Mein Fazit über sieben Monate ohne Auto

Ich will vorweg schicken: Ich lebe nicht auf dem flachen oder bergigen Land, ich habe weder einen grossen Haushalt zu versorgen noch brauchte ich das Auto beruflich. Das alles mag es mir recht erleichtert haben, mein Auto abzuschaffen.

Ich habe erheblich mehr Geld in der Tasche ….

Meine Ausgaben für Mobilität, d.h. Kosten für Auto und Öffentliche Verkehrsmittel zusammen, haben sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, als ich noch ein Auto besass, um 60% verringert.

Weggefallen sind: Haftpflicht-Versicherung, Steuern, Nachtparkgebühren (ja, die sind hier in der Schweizer Gemeinde, in der ich lebe, fällig), überhaupt alle Parkgebühren, Pflege, Wartung & Reparatur, der ADAC-Mitgliedsbeitrag und natürlich das Benzin.

Der kleine Fiat-Punto, den ich gefahren bin, war kein teures Auto im Unterhalt und ausserdem war er abgezahlt, das heisst, ich hatte keine monatlichen Finanzierungsraten. Und dennoch 60% Einsparung, das finde ich enorm!

… und weniger Dinge im Kopf, auf meiner To-Do-Liste und im Keller

Ich empfinde es als erleichternd, dass ich nicht mehr an all diese Dinge denken muss, die der Unterhalt eines Wagens mit sich bringt: diverse Rechnungen bezahlen und Quittungen prüfen, Sommer- oder Winterreifen wechseln, an den Abgastest und den Ölwechsel denken, in die Waschstrasse fahren, Inspektionen vereinbaren und wahrnehmen, das Auto beim Strassenverkehrsamt (der Schweizer TÜV) vorführen. Im Keller habe ich mehr Platz, weil die Reifen dort nicht mehr lagern.

Das hat sich in meinem täglichen Leben verändert:

  • Meine wöchentlichen Einkäufe mache ich zu Fuss mit einem stylischen „Hackenporsche“, den ich mir zugelegt habe.
  • Ich habe mich bei Mobility eingekauft, einer Car-Sharing-Genossenschaft, die schweizweit operiert. Sollte ich irgendwann die Genossenschaft verlassen, erhalte ich meinen Anteil zurück. Mir entstehen so keine fixen Kosten. Nur wenn ich einen Wagen in Anspruch nehme, zahle ich einen Betrag, der sich aus Mietdauer und gefahrene Kilometeranzahl zusammensetzt. Dreimal habe ich bisher einen Wagen reserviert und durchweg positive Erfahrungen gemacht.
  • Mein Fahrrad habe ich auf Vordermann gebracht und ich trete wieder kräftig in die Pedale.
  • Ich übernachte öfters bei meinen Freunden, wenn ich diese besuche (weil diese in anderen Städten leben).
  • Zum Wandern fahre ich nicht mehr weit weg. Früher habe ich all mein Wanderzeug ins Auto geladen, bin zu einem Ausgangspunkt gefahren und von dort aus gewandert. In den letzten Monaten habe ich öfters meine unmittelbare Umgebung erwandert.

Ab und an musste ich in arg überfüllten S-Bahnen und Zügen ausharren. Einmal hatte ich wegen einer S-Bahn-Verspätung meinen Anschlusszug verpasst und deshalb ziemlichen Stress. Aber das kann mir mit einem Stau auf der Autobahn ebenfalls passieren.

Fazit: Ich bin mobiler, regionaler und verbundener geworden. Ich würde diesen Schritt ohne Zweifel wieder tun. Vermisst habe ich das Auto zu keinem Zeitpunkt.

Wie ist es bei dir? Überlegst du dir auch, dein Auto abzuschaffen? Oder hast du den Schritt bereits getan und magst über deine Erfahrungen berichten?

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