frau momos minimalismus

11. April 2016
von Frau Momo
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„Ich mache fast nichts, was ich nicht gerne mache“

Digitaler Minimalismus

Mario lebt ohne Internet, E-Mail, Smartphone und TV

Ich habe Mario im Jahr 2011 auf einem Seminar kennengelernt. Schon damals faszinierte mich, dass er keine E-Mail-Adresse besitzt. Dieses Jahr traf ich ihn erneut. Nach wie vor gestaltet Mario sein Leben ohne E-Mail-Account, Smartphone und TV. Von einem PC oder Internet-Anschluss ganz zu schweigen.

Für mich, die einen Großteil des Tages vor dem Rechner verbringt, aus der S-Bahn heraus Tweets sendet oder in einer unbekannten Gegend mit Google Maps ihren Weg findet, undenkbar. Wie lebt es sich weitestgehend analog im digitalen Zeitalter? Ich traf Mario in Zürich zu einem Gespräch. Weiterlesen →

5. April 2016
von Frau Momo
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Über Reue, Risiko und den Umgang mit Entrümplungs-Entscheidungen

Entrümpeln Reue Entscheidungen Minimalismus

„Was, wenn ich das Entrümpeln irgendwann bereue? Ich denke immer, dieses oder jenes Ding könnte ich irgendwann doch noch mal gebrauchen oder vermissen.“

Solchen Aussagen begegne ich häufiger im Zusammenhang mit dem Thema Minimalismus. Ich nicke dann und sage: „Ja, ja, das kann vorkommen.“ Denn Ausmisten bedeutet, ein Risiko einzugehen.

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13. März 2016
von Frau Momo
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Unser traumatischer Alltag

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„Die meisten Menschen denken, dass nur die großen Traumata das Leben erschweren. Dass es einem im alltäglichen Leben einfach so gut gehen sollte, dass man sich nicht viel Gedanken darüber machen sollte, wie man es bewältigt. Dabei liegt für viele von uns gerade dort die eigentliche Herausforderung.

Der amerikanische Psychologe Mark Epstein geht davon aus, dass unser gesamter Alltag in gewisser Hinsicht traumatisch strukturiert ist. Jedes Leben, so gewöhnlich und alltäglich es auch wirken mag, wird unterbrochen von Unstetigkeit und Verlust. Man kann nicht am Leben sein, ohne ein Bewusstsein für das Potential von Tod, Alter und Krankheit zu entwickeln, von Unfällen, Trennungen und Verlusten. Niemand ist immun. Zu denken, dass der Alltag etwas sei, das einfach so zu leben sei, ist daher ein Trugschluss.“ (Daniel Schreiber)

Ich würde noch weiter gehen als Daniel Schreiber. Es geht nicht nur um „große Themen“ wie Verlust, Tod, Alter und Krankheit. Es geht um das ganz alltägliche Dasein, das bewältigt werden will.  Weiterlesen →

27. Februar 2016
von Frau Momo
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Einfach laufen

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Hamburg, Mitte der 90er Jahre. Voller guter Vorsätze marschiere ich zum nächstgelegenen Park. Nun will ich auch joggen! Neujahrsvorsätze und so. Ich renne los – als ob ich einem abfahrenden Bus hinter her laufe. Nach kurzer Zeit bleibe ich japsend stehen, mit meiner Kondition am Ende. Nachdem ich wieder Luft bekomme, stolpere ich ernüchtert nach Hause. „Das macht echt keinen Spaß“ sage ich mir. „Scheiß auf die Neujahrsvorsätze.“

Kurz darauf begreife ich, dass ich Sprinten/Rennen mit Joggen/Laufen verwechsle. Dennoch bleibt das Laufen für mich lange Zeit ein Buch mit sieben Siegeln. Wiederholt mache ich Anläufe regelmässig zu trainieren, doch es funzt einfach nicht. Auch fühle ich mich neben all diesen durchtrainieren Läufern, die mit ihren drahtigen Beinen scheinbar mühelos an mir vorbeiziehen, unwohl.

Zugleich merke ich immer wieder: Mein Körper will laufen.

Und irgendwann bekomme ich den Dreh raus.  Weiterlesen →